Wenn das Leben blüht – Elisabeth

Es ist ein besonders schönes Zeichen, dass die Ehrung der Ehrenamtlichen in Thüringen mit dem Symbol der Rose verbunden ist, wird doch damit auch an Elisabeth von Thüringen erinnert. Die Thüringer Landgräfin, die im Jahre 1207 als ungarische Königstochter in Sharoshpatak geboren ist, verlebte ihre Kindheit auf der Wartburg bei Eisenach. Elisabeth führte eine glückliche Ehe mit Landgraf Ludwig. Die Begegnung mit dem Armutsideal und der Frömmigkeit des Franz von Assisi führte die Landgräfin zu denen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen waren. Aus ihrem sozialen Engagement





erwuchsen allerdings Konflikte mit der höfischen Gesellschaft. Früh verwitwet verlässt sie die Wartburg und gründet zuerst in Eisenach und dann in Marburg ein Hospital für Kranke und Schwache.

Als sie mit 24 Jahren stirbt, wird der Ruf nach ihrer baldigen Heiligsprechung immer lauter. So schnell wurde noch nie jemand nach seinem Tod durch die katholische Kirche heilig gesprochen. Inzwischen ist Elisabeth auch „Evangelische Heilige“ geworden.
Das berühmteste Wunder geschieht, als Elisabeth mit einem Korb voll Brot die Wart-





bug verlässt und auf dem Weg zu Hungernden in Eisenach ist. Weil sie immer wieder angefeindet wird, ist sie heimlich unterwegs. Als man sie wegen des verborgenen Brotes bloßstellen will und den Korb aufdeckt, da verwandelt sich das Brot in Rosen. Dass unser Leben blüht, wo wir es für andere einsetzen, ist eine wichtige Erfahrung der Menschen. So ist Elisabeth zum Vorbild geworden und eine Ermutigung für alle, die fragen: „Was ist zu tun?“

Henrich Herbst, Superintendent