Grußwort zur Festschrift 139./140. Kindergruppe des Vereins „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“

Liebe Mitglieder des Vereins „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“,
liebe Gasteltern, sehr geehrte Helfer, Freunde und Sponsoren,

22 Jahre nach dem verhängnisvollen Reaktorunglück des Jahres 1986 brauchen vor allem die Menschen Hilfe, die noch heute in den höchstverstrahlten Gebieten von Belarus und der Ukraine wohnen, die keine Chance hatten, in „sauberere“ Gebiete umzusiedeln und die sich von radioaktiv verseuchten Lebensmitteln ernähren müssen.

Durch die Aufnahme von Radionukliden in den Körper entsteht eine lebensgefährliche
Bedrohung, besonders gefährdet sind dabei Kinder, vor allem Neugeborene. Kofi Annan, bis vor kurzem Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagte beim Besuch des Tschernobyl-Museums in Kiew: „… Millionen Menschen sind von den Konsequenzen dieses Unglücks betroffen. Ich bleibe tief betrübt über ihre Notlage. … Die internationale Gemeinschaft

ist verpflichtet, neun Millionen Menschen zu helfen. …“ Was kann man wirksam tun? Man muss die geschwächten Körper der Kinder dazu bringen, die Radionuklide auszuscheiden, die mit den meisten belasteten zuerst. Dem gerade diente die Kur der 40 weißrussischen und 40 ukrainischen Kinder vom 01.08.2007 bis 28.08.2007, die Ihr Verein im KiEZ Frauensee bei Berlin durchgeführt hat.

Professor Nesterenko hat durch Messung der inkorporierten Radionuklide vor und nach der Kur festgestellt, dass i. M. 36 % der Radionuklide durch die Kur aus dem Organismus der Kinder entfernt werden konnten. Ein wichtiges, ein ermutigendes Ergebnis. Zu begrüßen ist Ihr Bemühen, mit der Schaffung des Internationalen Deutsch-Ukrainisch-Belarussischen Zentrums „Johannes Falk“ in der Ukraine für die Rehabilitation der von der Katastrophe betroffenen Kinder und Genesungsaufenthalte durch die Vereinigung

der finanziellen, materiell-technischen, personellen und wissenschaftlichen Ressourcen eine noch höhere Wirksamkeit zu erreichen.

Menschlichkeit braucht Menschen, und wenn passives Mitleid zu aktiver Hilfe werden muss, ist besonderes Engagement notwendig. Die Mitglieder des Vereins „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ engagieren sich besonders aufopferungsvoll. Sie haben in den letzten 18 Jahren Herausragendes geleistet und viel Gutes bewirkt. Jeder Einzelne von Ihnen und Sie alle gemeinsam im Verein, wo sich Ihre Kraft vervielfacht, waren und sind an dieser gemeinsamen Leistung beteiligt. Eigene Belange mussten dabei oft hinten anstehen, doch ohne Ihre aus tiefstem Herzen kommende Menschlichkeit und Ihre selbstlose Liebe wäre das überaus beachtliche Ausmaß an Hilfe, wäre diese Vielzahl von humanitären Aktivitäten nicht realisierbar gewesen.

Aber Sie haben auch erleben können, wie Sie als Gebende selbst zu Empfangenden werden durften und viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ebenfalls reich beschenkt wurden durch die Wärme und die Herzlichkeit der Kinder, durch die wunderbaren Chorauftritte jedes Jahr im Monat der Katastrophe April durch ukrainische Folklore, die Lieder der ukrainischen Heimat der Kinder und die Referenzen an unsere eigenen deutschen Volkslieder.

Das war und ist mehr als wir in Worten je ausdrücken können. Dafür danken wir alle unseren kleinen Gästen. Sie, die Mitglieder des Vereins, leisten Außerordentliches und mit Ihrem Tun sind Sie Beispiel und Ansporn für andere. Die Aufgaben, denen Ihr Verein sich verpflichtet fühlt, bleiben auch in Zukunft von großer Bedeutung. Wir alle sind dabei herzlich zum Mittun eingeladen.